Hintergrundbild Segelflug

Mit dem Segelflugzeug auf dem Strich

5. Oktober 2026

Mit dem Segelflugzeug auf dem Strich
Mit dem Segelflugzeug so nah wie möglich an der Linie zu landen galt es am Samstag beim Fritz Kraatz Gedächtnis Fliegen.

Fritz Kraatz Gedächtnisfliegen der Segelflieger

Segelfliegen ist ein ganz besonderer Sport. Fliegen ohne Motor, nur mit der Sonne und Wolken, sich von Aufwinden tragen lassen, die Welt von oben aus der Vogelperspektive sehen. Wettbewerbe gibt es in diesem Sport seit über 100 Jahren. Im Jahr 1920 fand in der Rhön auf der Wasserkuppe der erste Segelflugwettbewerb statt. Über kurze Hüpfer kamen die damals 25 Piloten selten hinaus, der 500m weite Flug von Willy Pelzner war damals fast schon eine Sensation. Heute fliegen die Piloten in ihren modernen Segelflugzeugen nicht selten in einem Stück über 1000km weit.

Heutzutage geht es bei Segelflugwettbewerben um die höchste Geschwindigkeit um vorher festgelegte Flugstrecken, oder um möglichst große Flugstrecken. Einen Wettbewerb der etwas anderen Art fand am letzten Samstag in Königsdorf statt. Inzwischen schon traditionell im Oktober, wenn die Thermik keine großen Streckenflüge mehr zulässt, findet das Fritz Kraatz Gedächtnisfliegen, nun schon zum 31. male statt. Die Piloten des Segelflugzentrums trafen sich, um den 1996 verstorbenen Gründervater des Flugplatzes, Fritz Kraatz zu gedenken. Hierbei geht es für die Damen und Herren der Lüfte bei diesem Spaß Wettbewerb darum, so nah wie möglich an einer im Landefeld markierten Linie aufzusetzen. Gewertet wurde der Aufsetzpunkt des Hauptfahrwerks, wobei Landungen vor der Linie als ungültig galten.Am Ende des Flugtages standen 117 Starts an der neuen Sechs Trommel Winde im Flugbuch, so viele, wie noch nie bei diesem Wettbewerb.

Kraatz war von 1958 bis 1982 Vorsitzender der Segelfluggruppe Isartal. Beim Zusammenschluss zur Segelflugplatzgemeinschaft Königsdorf im Jahr 1963 war er der Gründungsvorsitzende. Den Aufbau des Segelflugzentrums hatte er über viele Jahre hinweg engagiert mit gestaltet. In seiner Amtszeit wurden die Weichen für den Ausbau der ehemaligen Sumpfwiese zu dem heute vorbildlichem und einem der sportlich erfolgreichstem Segelflugplätze weltweit gestellt. Heute profitieren knapp 400 Mitgliedern mit mehr als 70 Segelflugzeugen von der Weitsicht und der unendlichen Kleinarbeit von Fritz Kraatz und seinen Mitarbeitern der ersten Stunde. Viele Piloten von heute wissen gar nicht, dass in den Anfangszeiten aufgrund des hohen Wasserstandes oft nur wenige Flugtage möglich waren, so wie z.B. im Jahre 1961, als es im ganzen Jahr insgesamt nur sechs Tage waren, an denen ein Flugbetrieb möglich war. So organisierte Kraatz u.a. den Grundkauf, den Bau der Asphaltbahn, um unabhängig vom Wasserstand im Moor zu werden, sowie die Errichtung eines beschränkten Bauschutzbereiches und die unbefristete Platzgenehmigung, die 1969 erfolgt ist und legte so den Grundstein für den heutigen Erfolg.

Den ersten Preis beim diesjährigen Ziellandewettbewerb erflog sich der 17-jährige Calvin Zimmermann. Er landete mit der normalen Aufsetzgeschwindigkeit von knapp 80 km/h das etwa 300 kg schwere Segelflugzeug vom Typ Astir nur 1,5 Meter hinter der zu treffenden Aufsetzlinie und erhielt damit den Wanderpokal. Nur 50 Zentimeter weiter von der Linie landete Ulrich von Haller mit einem Oldtimer Flugzeug vom Typ Ka8. Au Platz drei landete Willi Prestl.